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ICP

 

 

 

 Ergotherapie in der:

 

 

Pädiatrie

 

 

Neurologie

 

 

Psychiatrie

 

 

Orthopädie

 

 

ICP - Ursachen & Symptome

 

Folgen der ICP

 

 

 

1. pränatal

1. die  spastische  Form

 

1.Orthopädische Komplikationen

 

 

2. perinatal

2. die  athetoide   Form

 

2.Einflüsse der Bewegungsstörung auf die nachfolgende Entwicklung

 

3. postnatal

3. die  ataktische  Form

 

 

4. die  hypotone  Form

 

3.Sensibilitätsstörungen

 

 

 

5. die  gemischte Form

 

4.Störungen der Nahrungsaufnahme und der Sprache

 

 

Behandlungsmöglichkeiten

 

5.Störungen der geistigen Entwicklung

 

 

1. Ergotherapie

 

6.Störungen der Sensorik und der Wahrnehmung

 

 

2. Physiotherapie, Orthopädie, Logopädie,usw

 

7.Verhaltensstörungen

 

 

 

 

 

8.Zerebrale Anfallsleiden

 

 

 

 

 

Die ICP (infantile Cerebralparese) stellt eine nichtprogrediente Behinderung im Kindesalter dar, die als Folge von verschiedenen pränatalen, perinatalen und postnatalen cerebralen Störungen auftreten kann.

 

 

 

 Ursache & Symptome :

 

 

 

Man unterscheidet bei den Ursachen zwischen pränatalen perinatalen und den postnatalen (bis zum Ende des 2.Lebensjahres ) Ursachen .

 

 

 

pränatale Ursachen :                      (zur Auswahl)

 

- Infektionskrankheiten der Mutter  (z.B. Röteln )
- Hormon-und Stoffwechselerkrankungen der Mutter (z.B. Diabetis Mellitus,
  Schilddrüsenerkrankungen)
- zu kurze Schwangerschaftsdauer
- Mangelernährung des Embryos (z.B. durch Uterusblutung oder  
  Plazentaanomalien )
- Traumen, Schock
- Hirnblutung des Kindes
- Strahleneinwirkung während der Schwangerschaft
- Intoxikation
- Risikoschwangerschaften (z.B. Mehrlingsgeburten, sehr junge oder alte Mütter)
- Fuchtwasserinfektionen
- Operationen der Mutter während der Schwangerschaft
- Schwangerschaftstoxikosen  (z.B. Alkohol, Nikotin, Medikamente, Unweltgifte,
   etc)

 

 

 

perinatal Ursachen :                       (zur Auswahl)

 

- Geburtskomplikationen
  (z.B. Blutungen, pathologische Geburtslagen, Nabelschnurum- schlingungen,
   Zangen- oder Saugglockengeburten, langdauernderGeburten
)
- Frühgeburten oder Übertragungen
- Anästhesie- oder Medikamentenschädigung
- operative Entbindungen (Sectio)
- vorzeitige Plazentaablösung

 

 

 

postnatale Ursachen :                    (zur Auswahl)

 

- Entzündungen (z.B. Encephalitis, Meningitis)
- Sauerstoffmangel nach der Geburt, Asphyxie
- Raumfordernde Prozesse im Gehirn durch Traumen oder Blutgerinnungsstörungen
   (z.B. Zysten , Hämatome)
- Infektionen in der Neugeborenenzeit (z.B. Windpocken)
- Stoffwechselstörungen
- Ernährungsstörungen

 

 

 

  Symptome :

 

 

 

Bei cerebralen Bewegungsstörungen bestehen immer Fehlsteuerungen des Tonus und der Koordination . Die verschiedenen Formen der Cerebral Parese sind selten scharf abgrenzbar, sie bestehen vielmehr aus mehreren Komponenten, sog. Mischformen, wobei man sich nach der am stärksten ausgeprägten richtet .
 

 

Es gibt zwei Gesichtspunkte der ICP nach denen sie unterschieden wird :

 

(a)  Verteilung der Tonusstörung
(b)
  Art der Tonusstörung

 

zu  (a) :   Verteilung der Tonusstörung
1.Tetraplegie :
    Hierbei sind Arme und Beine betroffen, meistens mit deutlichen Seitendifferenzen
2. Diplegie :
  
Bei der Diplegie ist wie bei der Tetraplegie der gesamte Körper betroffen, jedoch
   sind die oberen Extremitäten nur sehr leicht durch die Tonusstörung eingeschränkt
   und funktionell wenig beeinträchtigt .
3.Hemiplegie :
  
Bei der Hemiplegie ist nur eine Körperhälfte betroffen, mit beiden Extremitäten,
   jedoch lassen sich auch auf der gesunden Seite pathologische Zeichen finden.
4.Paraplegie :
  
Bei der Paraplegie sind ausschließlich die Beine betroffen.

 

 

 

zu  (b) :  Art der Tonusstörung :
1. die  spastische  Form
2. die  athetoide   Form
3. die  ataktische  Form
4. die  hypotone  Form
5. die gemischte Form
 

 

zu  1. spastische Form :                  (zur Auswahl)

 

Die spastische Form ist die häufigste Form der ICP, ca. 60%.
Bei der Spastik handelt es sich um jegliche Form von Tonuserhöhung. Bei schweren Formen der Spastik ist der Muskeltonus ständig erhöht, in leichteren Fällen erhöht sich der Tonus nur bei Aktivität, Erregung und/oder Anstrengung. Bei spastischen Kindern ist die Ko-Kontraktion, die gleichzeitige Anspannung von Antagonisten und Agonisten, abnorm hoch, so daß die Bewegungen mühsam und schwerfällig wirken.
Es können Totalsynergien, assoziierte Bewegungen und tonische Reflexivitäten beobachtet werden. Die Muskeleigenreflexe sind in den meisten Fällen gesteigert. Durch eine ungleiche Spannungsverteilung, am Rumpf meist hypoton und an den Extremitäten hyperton, ist die Sicherung des Gleichgewichtes nicht gegeben.
Es liegt eine Schädigung des pyramidalen Systems, im Bereich des 1.Motoneurons vor, wobei auch extrapyramidale Fasern betroffen sind. Durch diese Störung fällt der hemmende Einfluß auf die motorischen Neurone weg, was eben zu dieser spastischen Tonuserhöhung führt.
Unterschieden wird die leichte, die mäßige und die schwere Spastizität :

 

 

 

Leichte Spastzidität :
- gesteigerte Sehnenreflexe, Aufbau einer normalen Bewegung ist möglich

 

Mäßige Spastzidität :
- gesteigerte Sehnenreflexe, verstärkte Spastzidität bei Anstrengung oder
   schlechter  seelischer Verfassung .

 

Schwere Spastzidität :
- stark erhöhte Reflexaktivität, dauernde Spastik in pathologischen Haltungs- und 
   Bewegungsmustern.

 

Das Erscheinungsbild einer Spastik stellt sich wie folgt dar, wobei zu beachten ist, daß nicht alle Formen der Spastik alle Symptome aufweisen.
- schlechte Kopfkontrolle
- Hypotonie im Rumpfbereich, die Extremitäten sind hyperton
- Hyperlordose der Wirbelsäule
- Schulter: protrahiert
- Schultergelenk: innenrotiert, adduziert
- Ellenbogengelenk: leicht flektiert
- Handgelenk: proniert, ulnarabduziert, palmarflektiert
- Daumen: inkliniert
- Hüftgelenk: leichte flexion, Adduktion, Innenrotation
- Kniegelenk: leicht flektiert oder hyperextendiert
- Füße: Spitzfußstellung
 

 

 

 

Eine Spastik kann bei

 

1. Diplegien
2. Hemiplegien
3. Tetraplegien auftreten

 

 

 

zu 1. Spastische Diplegien

 

Die meisten Kinder mit spastischen Diplegien kommen irgendwann zum Laufen. Durch die nur leicht betroffenen oberen Extremitäten kann die mangelnde Körperbalance durch die Armen gut kompensiert werden. Zur Unterstützung können auch Gehhilfen wie z.B. Vierpunktstützen eingesetzt werden.
Das Gangbild zeichnet sich durch kleine trippelnde Schritte, wobei nur der Vorderfuß, seitlich belastet wird.
Die Beine neigen dazu in den Hüften gebeugt, adduziert und innenrotiert zu sein. Zusätzlich sind die Knie leicht gebeugt. Eine Rotation wird meistens durch den Kopf eingeleitet.
 

 

 

 

zu 2. Spastische Hemiplegie

 

Kinder mit Hemiplegie können das Laufen meistens erlernen, wobei das Gangbild typisch ist. Die betroffenen Seite ist verkrampft und bleibt etwas zurück. Der betroffene Arm befindet sich in steifer Beuge- oder Streckhaltung, das Bein wird in der Hüfte weniger gestreckt, steifer aufgesetzt und kürzer belastet.
Dadurch ist die Schrittlänge kürzer und der Fuß wird leicht schleifend nachgezogen, wobei nur der vordere Teil des Fußes belastet wird.
Bei den Händen fällt die einseitige Bevorzugung schon beim ersten Greifen auf, dabei können meist assoziierte Bewegungen mit Faustschluß und inkliniertem Daumen beobachtet werden.

 

 

 

zu 3. Spastische Tetraplegie

 

Selbst wenn die Kinder schon früh behandelt werden haben sie eine eher schlechtere Prognose. Die Kinder fallen schon früh durch ihre hypotonie und verminderte Aktivität auf. Oftmals besteht eine Neigung zu epileptischen Anfällen, diese kann sich aber auch später entwickeln.
Es können Anfälle verschiedenster Art auftreten, z.B. Muskelkrämpfe, epileptische Anfälle, Grand-Mal Anfälle.
Als Begleitstörungen können Microcephalie, verschiedene Grade geistiger Behinderung, Sehstörungen, Seelenblind- bzw. Seelentaubheit und Hörstörungen auftreten.

 

In Rückenlage ist das Bild durch die Ophistotonushaltung und das Fehlen von Kopfkontrolle, sowie eine steif gestreckte Wirbelsäule mit Schulterretraktion, Adduktionsspastizität und extremer Extension der Beine geprägt. In den meisten Fällen besteht in frühen Stadien noch keine Innenrotation der Beine, in den Hüften prägt sie sich oftmals später aus.
Wird das Kind probeweise auf die Füße gestellt, sind diese anfangs noch dorsalflektiert, später entwickelt sich dann eine plantarflektion. Durch verstärkt auftretende asymmetrische tonische Nackenreflexe wirkt sich die Seitenhaltung des Halses auf die gesamte Wirbelsäule aus, indem sie Asymmetrien des Rumpfes und Schiefhaltung des Beckens hervorruft. Daraus geht wiederum eine Hüftdysplasie, oft mit Subluxation oder Disluxatin, hervor.
Durch die Adduktionsspastizität und Innenrotation der Beine wird oftmals die Ausrenkung beider Hüften hervorgerufen. Meistens kommt es jedoch nur zur Ausrenkung einer Hüfte.
In Bauchlage kann das Kind seinen Kopf nicht heben, außerdem ist nicht genügend Tonus in der Rumpfmuskulatur, um Wirbelsäule und Hüften zu Strecken. Einige Kinder sind nicht in der Lage ihren Kopf zur Seite zudrehen; wobei ihnen diese Lage, auch wegen der daraus folgenden erschwerten Atmung, unangenehm ist.
Durch diese Probleme bleibt das Kind die meiste Zeit auf dem Rücken liegen.
Die Kinder können meist nicht alleine sitzen, es fehlt ihnen die Sitzbasis, da der Rücken sehr nach dorsal gewölbt ist, die Hüften ungenügend gebeugt und die Beine zu sehr adduziert sind.
Daraus ergibt sich zusammen mit der Asymmetrie der Wirbelsäule, eine Kyphoskoliose bei dem Kind.
Ernährungschwierigkeiten werden durch Zungenstöße, Saug- und Schluckschwierigkeiten und heraufgesetzter Sensibilität des Würgereflexes beim Füttern hervorgerufen.

Leichter betroffene tetraplegische Kinder entwickeln ihre Spastizität im Laufe des ersten Lebensjahres. Im Gegensatz zu schwer betroffenen Kindern entwickelt sich keine so starke Spastik, so daß sie sich durchaus bewegen können, wobei eine Seite oftmals mehr betroffen ist als die andere.
Durch diese asymmetrische Verteilung der Spastik wird die Bildung von Skoliosen gefördert.
Das leichter betroffene verfügt über den Ansporn sich zu bewegen, obwohl diese Versuche in stereotypen, abnormen Mustern und unter extremer Anstrengung erfolgen müssen, dieses führt dann wieder zu einer Verstärkung der Spastik. Zum Teil entwickeln diese Kinder zusätzlich zu ihrer Spastik athetoide Bewegungen.

 

 

 

zu 2.  athetoide Form                 (zur Auswahl)

 

Die athetoide Form stellt ca. 30% der ICP dar .
Bei den athetoiden Formen ist häufig eine Hyperkinese zu beobachten, wobei die Bewegungsabläufe kaum eingeschränkt sind, sondern eher überschießen.
Durch eine abnorme Ko-Kontraktion der Muskeln ist es den Kindern kaum möglich ihren Kopf und den Rumpf aufrecht zu halten. Außerdem ist durch die mangelnde Stabilität im Schulterbereich und Beckengürtel keine Voraussetzung für gut kontrollierte Extremitätenbewegung gegeben.
Der Tonus der Muskulatur ist in Ruhe eher niedrig, wobei er bei Aktivität zwischen Hypo- und Hypertonus unkontrolliert wechselt.
Selbst im Ruhezustand sind Bewegungen sichtbar. Die Bewegungsabläufe können langsam und verkrampft, aber auch abrupt und ausfahrend sein.
Die Athetose tritt selten isoliert auf, meist in Kombination mit Spastik oder choreiformen Bewegungen. Sie ist durch langsame, bizarre Bewegungsabläufe an Händen oder Füßen charakterisiert.
Auffällig sind Gabelhand- und Bajonett-Fingerstellungen. Meistens ist bei der athetoiden Form der gesamte Körper betroffen, wobei deutlich eine Seitendifferenz zu erkennen ist.

 

Im Kleinkindalter sind die meisten Kinder mit einer athetoiden CP-Form anfangs eher hypoton, schnell treten aber die einschießenden Streckspastiken auf. Ältere Kinder erkennt man gut am Gangbild, da sie durch den ständig wechselnden Muskeltonus, dauernd um ihre Stabilität kämpfen müssen.
Die Schritte der Kinder sind klein, trippelig und oft schmalbasig, wobei die Beine steif gestreckt sind.
Die Kinder haben große Probleme ihre Mimik unter Kontrolle zu halten.
Im Vergleich zu spastischen Kindern ist die geistige Entwicklung meist günstiger.
Der Ort der Schädigung ist das Extrapyramidale System, lokalisiert in den kortikalen und subkortikalen motorischen Kernen des Hirnstammes.
Die Funktionen dieser Kerne, die Regulierung des Muskeltonus, die unwillkürlichen Koordinationsbewegungen und die Abwehrbewegungen des Gleichgewichtes, sind somit gestört.
 

 

 

 

zu 3. ataktische Form                  (zur Auswahl)

 

Das Erscheinungsbild der ataktischen Form der ICP ist geprägt durch wenig gesteuerte, fahrige und eckige Bewegungen, denen ein Mangel an koordinierter Muskelaktivität zugrunde liegt.
Die Bewegungsabläufe sind unharmonisch und wenig flüssig. Häufig tritt die ataktische Form bei der Tetraplegie in Erscheinung.
Wenn das Stehen erlernt wird, ist es wegen einer Rumpfataxie instabil und wirkt wackelig, infolge der stark beeinträchtigten Balancereaktionen. Das Gangbild ähnelt dem eines Betrunkenen.
Bei den betroffenen Extremitäten sin folgende Erscheinungsbilder zu beobachten :
Dysdiadochokinese: Gegenseitige Bewegungen sind nicht möglich. Eine Reihe von antagonistisch wirkenden Bewegungen können nicht schnell genug hintereinander ausgeführt werden.
Rebound-Phänomen: mangelnde Abbremsumg, z.B. wenn ein gegen einen Widerstand gebeugter Arm plötzlich losgelassen wird, schnellt der Arm nach vorne.
Intentionstremor: Zittern bei Zielgerichteten Bewegungen
Dysmetrie: wenig abgestufte und dosierte Bewegungen

 

So wie athetoide Säuglinge sind ataktische Kinder zuerst hypoton, weisen aber meist gesteigerte Muskeleigenreflexe auf. Die Kinder fangen erst spät an zu greifen und tun dieses dann nicht zielsicher und sehr fahrig .
Bei der ataktischen Form der ICP liegt eine Schädigung im Cerebellum bzw. den Cerebellumbahnen vor, welches zur Folge hat, daß die Bewegungskoordination, das Gleichgewicht und die Tiefensensibilität stark beeinträchtigt werden oder sogar vollständig fehlen.

 

 

 

zu 4. hypotone Form                      (zur Auswahl)

 

Die hypotonen Formen sind häufig schon im Säuglingsalter stark ausgeprägt. Das heißt nicht das sich aus jeder Säuglingshypotonie eine ICP entwickelt !!!

Hypotone Kinder sind bewegungsarm, liegen viel auf dem Rücken, wobei die Arme hochgeschlagen (Henkelstellung) sind. Die Beine liegen in einer froschähnlichen Stellung, d.h. sie sind angewinkwelt und stark nach außen rotiert.
Manche Kinder, mit mit leichten Formen der hypotonie, kommen zum Laufen, bei ihnen fällt lediglich ein schlacksiger und ungelenkiger Gang auf.
Kinder mit schweren Formen der hypotonie werden das Laufen meist nicht erlernen.
Die gesamten Steuermechanismen der Muskulatur sind zusammengebrochen, dadurch sind keine koordinierten Bewegungen möglich.

 

 

 

zu 5. gemischte Formen                (zur Auswahl)

 

Gemischt Formen sind die Formen bei denen verschidenen Anteile der spastischen, atetoiden, ataktischen oder hypotonen Form zusammentreffen.